Von der BAE I zur BAE II

 

Zwei Jahre nach dem Baubeginn der BAE I, Ende 1993 also, wurde mir im Bremer Westen ein Haus zum Kauf angeboten*, in dessen Erdgeschoss sich eine alte Hafenkneipe befand, die dicht gemacht hatte. Der Billardraum dieser Gaststätte war sauber, hoch und leer. Ich vermaß ihn und machte in einer einzigen Nacht einen kompletten Gleisplanentwurf, um festzustellen, ob sich mein Anlagentraum hier verwirklichen ließe. Am nächsten Morgen rief ich den Makler an und sagte zu.

 

Die Anlage war auf einen möglichen, nein, auf einen angestrebten Umzug hin konzipiert: Module und Segmente, die leicht demontierbar waren. Aber die beiden Teile des Bf Sonnenberg waren volumig: Bei sechzig Zentimeter Tiefe und 20 cm Kastenhöhe war das linke Teil 1,5 m, das rechte gar 2,12 m lang! Doch auch das war wohlüberlegt und ausgetestet. Ich konnte diese großen Teile allein (!) die gewundene Kellertreppe hinauf tragen und auf den Dachgepäckträger meines Passat Variant setzen.

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* Das Haus steht jetzt wieder zum Verkauf, siehe hier.

Der tatsächlich realisierte Gleisplan (s. Abb. oben) wich nur in wenigten Details von dem in der oben genannten Nacht entworfenen Plan ab.

 

Zwischen den als fiddle-Yards konzipierten Endbahnhöfen Sieber und Braunlage windet sich die eingleisige Schmalspurstrecke auf beiden Seiten eines durch eine Halbinsel verlängerten Ganges, um eine möglichst große Entfernung herzustellen. Da die Stationen infolge längerer Steigungen von 33 und 45‰ recht unterschiedlich hoch über dem Fußboden liegen, ist der Gang durch Podeste auf entsprpechende Höhen gebracht.

BAE II-Bildergalerie

Der Einschnitt oberhalb Schlufterhütte wird im Volksmund Eselsschlucht genannt, weil hier angeblich beim Bahnbau Esel eingesetzt waren. (Es waren in Wirklichkeit Maultiere.) Der C-Kuppler Nr.2 düdelt mit seinem typisch Harzer Güterzug das 33‰-Gefälle hinunter, was dank unerschöpflicher Saugluftbremse kein Problem ist.

 

Dieser Einschnitt, der einen viertel Kreisbogen mit 60m Radius bildet, entstand einst als zweiteiliges Modul für Treffen und ist somit die Ur-Keimzelle aller BAE-Anlagen.

oberes Bild: Der kurze Personenzug von Sieber trifft gerade in Schluft ein. Das kümmert die alten Strategen Hannes Füllgrabe, Willy Banse und Karl Peix überhaupt nicht, die auf dem Bahnsteig ihre alltägliche Fachsimpelei über das Harzer Forstwesen im Allgemeinen und die Holzverladung bei der BAE im Besonderen führen. Dass in dem weißen G-Wagen kein Bier ist, wissen sie. Das Dutzend Bierkästen, das der örtliche Kolonialwarenhändler zweimal im Monat geliefert bekommt, kommt als Stückgut im Packwagen.

unteres Bild: eine dreiviertel Stunde später kommt der Gegenzug nach Sieber - und die drei sind immer noch am Palavern. Das ist eben Kleinbahn. Gott schuf die Zeit, von Eile hat er nichts gesagt.

Überblick über die Station Schluft. Ohne Illusion: es ist Modellbahn! Auf der anderen Seite des Ganges (aber in Bremen, nicht in Indien!) der Bahnhof Sonnenberg. Mit dem Telefon kann das Zugpersonal den Zugleiter erreichen.

An der kleinen Station Oderteich, die nur ein Kreuzungsgleis und einen kurzen Gleisstummel ausweist, steht ein simples Dienstgebäude mit offenem Unterstand für die Reisenden, buagleichmit dem, das früher am Hp Kaiserweg der Südharzbahn gestanden hat.

Während der Zug nach Braunlage gerade mit Schrittgeschwindigkeit in die Schlufter Dorftstrasse einfährt, winkt einer der Schlufter "Pengels" von den Feuersteinen herunter, die er trotz ausdrücklichen Verbots der Mutter nun schon zum x-ten Male erklettert hat.

Der örtliche Kohlenhändler, den gab es früher an fast jeder Station - lebenswichtig. So auch in Schluft, wo die Fa. H. Koch nicht nur Briketts und Eierkohlen an die Bevölkerung liefert, sondern auch Bretter, Zement, Ziegelsteine etc. Und alles kommt mit der Bahn, wie denn sonst!?

Das Bild hat leider nur Handy-Qualität, ist aber interessant, weil es einen guten Eindruck vom der Konfiguration der Anlage gibt. Links die Schlufter Dorfstraße, im Gegensatz zur heutigen Situation bei der BAE III mit den Häusern auf der Bogeninnenseite.

Mitnutzung des Verlages

Der eigentliche Gaststätten- raum wurde später als Büro des Ferrook-Aril-Verlages genutzt. Nur der Fiddle Yard Sieber (links) befand sich in diesem Raum sowie der Bahnhof Oderteich, der in einer Art Dioramakasten eingebaut war. Durch die offene Tür schaut man in den Hauptanlagenraum mit dem Bahnhof Schluft.

An den Bahnhof Oderteich konnten noch Module angehängt werden: eine S-Kurve mit dazwischen liegender Station Königskrug sowie am Ende (Bildvorder- grund) der Fiddle Yard Braunlage. Nach Ende eines Betriebstages oder -Wochen- endes wurden diese Module weggepackt, damit das Verlagsbüro wieder komplett zur Verfügung stand.

Das Oderteich-Diorama konnte auch verschlossen werden. Wenn dann noch, wie hier im Bild, die Gleise des Fiddle Yards Sieber abgedeckt wurden und somit ein Sideboard entstand, konnte der Raum auch zu ganz andere Zwecken genutzt werden.

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