Emulation des Vorbildbetriebes
Anknüpfend an die Tradition der BAE II, soll auch auf der BAE III ein richtiger Fahrplanbetrieb durchgeführt werden. Noch gibt es eine Menge Baustellen, die bis zur Aufnahme des regulären Betriebes aufgehoben werden müssen, aber ein erster Betriebstag hat schon stattgefunden.
Im Februar 2010 wurde erstmal Fahrplanbetrieb auf dem Abschnitt Braunlage - Sonnenberg durchgeführt.
Alles ist neu. Keiner hat Erfahrung. Gemeinsames Studieren des Buchfahrplans.
Bei der BAE wird der Betrieb nach dem Zugleitverfahren durchgeführt, exakt nach den Vorschriften des Vorbildes.
Hier telefoniert OOK (rechtes Bild) von Oderteich aus mit dem Zugleiter, der in seinem Büro sitzt. Ohne Fahranfrage beim Zugleiter darf kein Zug eine Betriebsstelle verrlassen.
Hier fährt gerade der von Sonnenberg gekommende Personenzug in Königskrug ab in Richtung Braunlage. Der erste Wagen hinter der Lok ist der Stückgutkurswagen.
BAE-Clubmitglied Nico 2 hat in der einen Hand den Regler, in der anderen den Buchfahrplan.
Inzwischen sind alle Strecken der BAE incl. der nach St. Andreasberg fertiggestellt. Es müssen nur noch einige Weichen in Sieber, Rehbergergrabenhaus und St. Andreasberg stellbar gemacht werden.
Im Februar 2012 hat ein Probebetrieb nach Fahrplan (aber noch ohne Uhr) auf allen Strecken stattgefunden. Und zwar wurde dieser Abschnitt des Samstag-Fahrplans durchgespielt:
Nachfolgend ein paar Ausschnitte aus dem Betriebsablauf:
Der P 101 taucht von St. Andreasberg kommend vor dem Brocken aus dem tiefen Tunneleinschnitt auf und wird sogleich in Sonnenberg nach Gleis 3 einlaufen. An der Spitze läuft der Mannschaftswagen der HBI als Kurswagen St. Andreasberg - Grube Charlotte-Elise.
Der Zug hat in Sonnenberg Kopf gemacht und fährt nun als P 2 weiter Richtung Oderteich. Hier passiert er gerade das Einfahrsignal von Sonnenberg und wird gleich über die verschlossene Weiche des Steinbruchs Dreihörste rattern.
Nach Unterquerung der Grubenbahnbrücke läuft der P2 am HBI-Lokschuppen vorbei in Oderteich ein. Wie man sieht, steht die HBI-Lok noch im Schuppen. Warum wohl?
In Oderteich ist die Lok wieder umgelaufen. Das muss sie nur Samstags, denn im Samstagfahrplan bleibt die blaue HBI-Lok kalt und der BAE-Dreikuppler legt eine Fahrt mit dem Mannschaftswagen nach Charlotte-Elise ein.
Hier hat der Mannschaftszug Mz 03 den Scheiteltunnel durchfahren und düdelt jetzt im leichten Gefälle der Grube entgegen.
Die Lok hat den Mannschaftwagen in Charlotte-Elise auf das Abstellgleis ge- drückt und dann ei- nen vollen Spat-Vier- telzug auf den Haken genommen, mit dem sie nun gerade als Sp 08 die BAE über- quert. Nach dem Ab- stellen dieser Wagen auf Gleis 3a in Oder- teich wird sie sich wieder vor den P2 setzen und weiter nach Braunlage fahren.
Während all dieser Ereignisse ist der Nahgüterzug von Sieber nach Schluft gefahren, wo ein G-Wagen am Güterschuppen abzusetzen ist und der dortselbst stehende O-Wagen mitgenommen werden muss. Sein Ziel ist St. Andreasberg. Der Zugleiter hatte zwar Rangiererlaubnis erteilt, diese aber eng bemessen, denn der Ng wird hier vom P10 überholt. Es reichte aber zum Umlaufen, und nun kann der Fünfkuppler innerhalb des Gleises 1 rangieren, ohne die Zugfahrt durch Gleis 2 zu behindern. Der O-Wagen, der am Güterschuppen stand, ist bereits in Gleis 1 grenzzeichenfrei abgestellt, und die Lok drückt nun den G-Wagen an den Schuppen.
Im weiteren Verlauf hatte der Ng in Sonnenberg zwei Wagen auf das Andreasberger Abstellgleis zu schieben und in Oderteich einen O-Wagen an der Rampe auszusetzen. Schließlich war noch in Königskrug ein beladener Schotterwagen mitzunehmen, dann konnte es endlich nach Braunlage gehen und das Personal Pause machen.
Wer im Alltag unter einem Wust von Vorschriften zu leiden hat, möchte sein Hobby gern vorschriftenfrei leben, sozusagen anarchistisch. Aber stimmt das wirklich? Millionen Menschen spielen in der Freizeit Fußball, Volleyball, Skat, Schach, Rommé oder Monopoly, und zwar nach ganz eindeutigen und strengen Regeln, gegen die nicht verstoßen werden darf. Ohne Regeln würde das nämlich gar keinen Spaß machen.
Modellbahn aber! Ja, es ist ein offenes Geheimnis, dass viele, wenn nicht die meisten Modellbahner "einfach nur so" ihre Züge herumfahren lassen wollen. Das ist ihr gutes Recht, da soll nicht drein geredet werden. Aber es gibt auch Modellbahner, die das anders sehen, zum Beispiel die im FREMO (Freundeskreis Europäischer Modellbahner). Die machen auf ihren Modularrangements Fahrplanbetrieb nach den Vorschriften der DB.
Mehr darüber im Unterkapitel Betriebliche Grundlagen