Die Grubenanschlussbahn der HBI ist quasi eine eigenstän- dige point-to- point-Anlage innerhalb der großen BAE-Anlage. Von der Mitte des Anschlussbahnhofes Oderteich bis zur Mitte des Grubenbahnhofes Charlotte Elise beträgt die Strecken- länge 9,6m. Als designe- rische Besonderheit durch- fährt die Strecke die Trenn- kulisse in der Mitte der Anlagenzunge, so dass hier eine wie sonst übliche Begleitung des Zuges durch den Lokführer nicht möglich ist. Dieser muss die Anlage entweder im Bereich Dhö unterqueren oder die ganze Zunge umrunden.
Der Scheiteltunnel ist so lang, dass ein Zug darin völlig verschwinden kann. Dort wartet er, bis der Lokführer ihn auf der anderen Anlagenseite wieder in Empfang nehmen kann. Dies simuliert eine längere Fahrzeit.
Im Anschlussbahnhof Oderteich hat der kleine B-Kuppler der HBI drei leere Spatwagen auf den Haken genommen und wird damit in Kürze zur Grube Charlotte-Elise fahren. Im rechten Bild hat der Zug den Scheiteltunnel gerade verlassen und damit die Hälfte der Strecke bis zur Grube hinter sich.
Auf der mit 45‰ trassierten Grubenbahn dürfen immer nur drei Spatwagen auf einmal befördert werden, bergwärts wegen der Zugkraft und talwärts wegen der Bremsproblematik.
Alltag im Grubenbahnhof Charlotte-Elise. Die Lok ist mit drei leeren Wagen aus Oderteich angekom- men, hat sie abge- stellt und muss erst einmal die beladenen Wagen aus dem La- bunker ziehen, bevor sie den Leerwagen- zug dort hinein drücken kann. Dieses Spiel wiederholt sich täglich im Durch- schnitt drei Mal.
Der B-Kuppler ELISE ist das Hauptarbeitspferd der Grubenbahn der HBI. Hier wird sie gerade in einer Pause am Gruben-BW aufgerüstet.
Dann gibt es noch die B1'-Maschine SOPHIE, die aber derzeit in Hauptuntersuchung und total zerlegt ist.
Der Güterwagenpark der Grubenbahn ist sozusagen "langweilig". Er besteht hauptsäch- lich aus einem Dutzend einheitlicher Selbstent- ladewagen, den so genannten Spatwagen.
Bei der Suche nach einem Vorbild, das sich in größerer Stückzahl im Modell realisieren ließe, stieß OOK auf die so genannten Eselsrückenwagen der ehemaligen Kerkerbachbahn. Sie sahen absolut selbstgestrickt aus, was bei der Nachgestaltung große Freiheit erlaubte. OOK baute ein erstes Modell aus Teilen eines Magic Train O-Wagens.
Bei den Eselsrückenwagen handelt es sich um die simpelste Form der Selbstentladewagen. Es sind sozusagen O-Wagen mit seitlichen, unten öffnenden Entladeklappen und einem in der Mitte hoch gezogenen Wagenboden, eben dem Eselsrücken, der die Ladung herausrutschen lässt, wenn die seitlichen Klappen geöffnet werden.
Nachdem OOK immerhin zwei Wagenkästen fertig und auf verbreiterten Magic Train-Fahrwerken zum Rollen gebracht hatte, fand er einen Modellbahner, der ihm ein Dutzend Resin-Abgüsse anfertigte.
Die Modelle harren allerdings immer noch der Installation ihrer Handbremsanlage.
Einen einzigen Personenwagen besitzt die HBI-Grubenbahn, ein 1888 von der MF Esslingen gebautes Einzelstück mit 32 Sitzplätzen, das sie günstig von der GHE erwerben konnte. Das gut gefederte Fahrzeug ersetze einen provisorischen Eigenbau auf einem Güterwagenfahrgestell.
Die HBI betreibt einen nichtöffentlichen Personenverkehr zum Transport der Belegschaft von und zur Grube Charlotte-Elise. Im Bergarbeiterjargon heißen die betreffenden Züge "Mannschaftszüge", der Wagen dementsprechend "Mannschaftswagen".
Der Wagen ist auch für die BAE zugelassen und wird teilweise als Kurswagen von Braunlage oder St. Andreasberg bis zur Grube geführt.