Die Frage, ob es sinnvoll ist, nur solche Gebäude auf die Anlage zu stellen, die genau nach einem konkreten Vorbild gebaut wurde, muss jeder Modellbahner für sich beantworten. Ich würde dieses Prinzip für wünschenswert halten, aber für kaum einhaltbar. Daher gibt es auf der BAE auch Gebäudemodelle, die zwar Harzer Bauwerken nachempfunden sind, jedoch nicht exakte maßstäbliche wiedergaben eines ganz bestimmten Gebäudes sind. Hier einige Beispiele:
1. Die Grube Charlotte Elise der Harzer Baryt-Industrie
Versteckt in den Wäldern des Krummen Luttertals bei Bad Lauterberg lag einst das Schwerspatbergwerk Wolkenhügel der Deutschen Baryt-Industrie. Hier endete auch die 75cm-spurige Grubenbahn. Foto: A. Spühr
Die Tagesanlagen waren schon ver- gleichsweise von bescheidenem Ausmaß, aber immer noch zu groß, um direkt in 1:45 umgesetzt werden zu können.
Dieter Rohr ließ sich von diesem romantischen Bergwerk inspirieren und baute davon ausgehend die Schachtanlage Charlotte Elise für die BAE.
Auf dem beschränkten Platz, der für die Grube auf der BAE-Anlage zur Verfügung steht, durfte das gesamte Bauwerk nur 20 cm Tiefe haben und vor eine Wand gesetzt werden. Das große Hauptgebäude ist gar nur 3cm tief. Das kleine kleine Gebäude rechts ist die Waschkaue.
Trotz der geringen Gebäudetiefe kann ein ganzer Dreiwagenzug in den Ladebunker gefahren, weil die Wand an dieser Stelle durchstoßen wurde.
Das kleine Waschkauengebäude baute OOK nach einer Originalzeichnung der Waschkaue der Königsgrube im Siebertal aus Polystyrol.
2. Harzer Wohnhäuser
Das allererste Wohnhaus auf der BAE II entstand aus dem Obergeschoss des Empfangsgebäudes "Waldheim" von ADDIE, einfach, indem ein Fenster durch eine Tür ersetzt wurde. Hier fehlen noch die Dachrinnen und einige weitere Details.
Das absolut typische Oberharzer Wohnhaus wäre dieses hier, erbaut von BAE-Club-Mitglied Dieter. Es stellt kein bestimmtes Haus dar, hat aber viele typische Details, z.b. die Bretterverschalung an drei Seiten und die Verschieferung auf der Hofseite.
Leider ergaben alle Stellproben, dass es auf der BAE III mit ihren knappen 70qm ;-)) keinen Platz für dieses relativ große Haus gab. Was tun?
Kurzerhand griff Dieter nochmal zur Säge und zerschnitt das Haus längs in zwei Hälten. Na ja, so einfach ging es nicht. Jedenfalls teilte er das Haus und fügte an jede Hälfte etwas Tiefe an, so dass zwei Halbreliefgebäude entstanden sind, die etwas hinter dem First aufhören. Hier hat die verschieferte Häfte doch noch einen Platz gefunden, nämlich genau dort in Oderteich, wo Michael es im Bild darüber mit dem noch ganzen Haus probiert.
Eins der zahlreichen Vorbilder für diesen Haustyp steht in der Friedrichstraße in Wernigerode. Diese alten Harzhäuser hatten z.T. extrem niedrige Geschosshöhen, wie man auch an den kleinen Fenstern sehen kann.
Auf der Suche nach einem oberharzer Vorbild für einen Lokschuppen der Grubenbahn in Oderteich stieß ich auf dieses schöne hölzerne Bauwerk in Schierke. Passt!
Das nachempfundene Modell hat wieder BAE-Club-Mitglied Dieter aus dem Bayerischen Wald gebaut, angepasst an die örtlichen Notwendigkeiten. Tagsüber, wenn die kleine Grubenlok auf Achse ist, ist der Schuppen gewöhnlich geschlossen.
Wenn die Tore aber einmal offen stehen, dann kann man sehen, dass hier auch kleine Unterhaltungsarbeiten an der Lokomotive durchgeführt werden können.