Ein Musterbeispiel für Synergie: Der BAE-Club

Ein Club, der juristisch gar keiner ist

Der BAE-Club ist streng genommen gar keiner, denn er hat keine Satzung, keinen Vorstand, keine Mitgliederversammlung, keine Aufnahmeanträge, keine Beitragszahlungen, von e.V. ganz zu schweigen. Wie kann das sein?

Also, eigentlich ist der so genannte BAE-Club ein Kreis von Freunden um einen privaten Modelleisenbahner (Otto O. Kurbjuweit) und dessen im Bau befindliche Anlage, die Braunlage-Andreasberger-Eisenbahn in der Baugröße 0m.

 

An die zweite 35 qm große Version der BAE in Bremen traute sich OOK als quasi-Einzelkämpfer heran, denn der einzige Mitmacher wohnte 400 km entfernt und konnte nur wenige Male im Jahr kommen. In den letzten Jahren hatte sich aber schon ein kleiner Freundeskreis zum gemeinsamen Betriebmachen gebildet.

Als die Fertigstellung der Anlage in Sichtweite war, musste OOK aus familiären Gründen umziehen: nach Hamm/Westf.  Die Anlage wurde zertrümmert, die Freunde blieben zurück.

 

Am neuen Wohnort Hamm standen nun ca. 70 qm zur Verfügung, also praktisch die doppelte Fläche wie in Bremen.
Toll! Herrlich! Ein Traum!
Aber: eine so große Anlage ganz allein bauen, und das mit zehn Jahren mehr auf dem Buckel? Woher er den Optimismus und Mut nahm, um nicht zu sagen die Verwegenheit, weiß OOK heute auch nicht mehr.  Mutterseelenallein begann OOK 2005 mit dem Bau der BAE III. Siehe BAE III Die Anfänge.

 

Ein Wunder geschah

Anders kann man es nicht bezeichnen. Die alten Freunde aus der Bremer Zeit meldeten sich nach und nach, waren neugierig, was er jetzt wohl für eine Anlage bauen würde. Und – das Beste: sie wollten mitmachen - und das über eine Entfernung von zweihundert Kilometern! Und kaum hatten die ersten Basteltreffen stattgefunden, meldeten sich weitere Modellbahner, zumeist ehemalige Mittelpuffer*-Abonnenten.

 

_______________________________

*Von OOK bis Ende 2006 herausgegebenes Schmalspurbahn-Magazin. Siehe hier.

Clubleben

Was macht ihn aus, den BAE-Club? In der Hauptsache die Freude, mit der die (ca. ein Dutzend) Mitglieder von weit her angereist kommen und bei der Sache sind, ihr überdurchschnittliches Engagement.

Oh, es wird viel geschafft an den BAE-Bautagen. Und wir gehen sehr ernsthaft zur Sache. Aber wir haben auch immer eine Menge Spaß, wie man sieht.

Und das Fachsimpeln und Diskutieren kommt auch nicht zu kurz.

Aber gibt es denn auch ein Clubleben, was den Namen verdient? Ja.

Wer den ganzen Tag schafft, muss auch ernährt werden. Wichtige Rituale des Clublebens sind daher die  Mahlzeiten. Wenn der Gong ertönt, lassen alle ihr Werkzeug fallen und sausen die Kellertreppe hinauf und es sieht aus wie auf einem Segelschiff, wenn die Freiwache an Deck stürmt.

 

Zwischen Mittag- und Abendessen gibt's meist noch eine Kaffeetafel, bei der entgegen ihrem Namen meist Tee getrunken wird.

Die Clubabende

An jedem Bautreffen (monatlich 1x mit Sommerpause) gibt es natürlich auch gemütliche Tee- und Klönrunden, aber einmal im Quartal geht das Treffen über zwei Tage, dann gibt es am Samstagabend einen so genannten "Clubabend". Eine typische Clubabend-Szene zeigt obiges Bild. Auf dem 24"-Bildschirm werden "Dia"-Vorträge und Eisenbahn-DVDs geguckt oder auch amerikanische Modellbahn-Videos.

 

 

Aus den Zeiten der Mittelpuffer-Redaktion hat OOK eine stattliche Schmalspurbahn-Bibliothek. Die wird in den Pausen stets gern benutzt. Und es gibt auch ein Ausleihbuch, in das man sich einträgt, wenn man ein Buch mit nach Hause nehmen möchte. Bis zum nächsten Mal.

Der BAE-Club feiert

Der Goldene Schienennagel!

Im Oktober 2007 wurde die letzte Gleislücke zwischen Braunlage und Sieber geschlossen. OOK war es vorbehalten, feierlich den Goldenen Nagel einzuschlagen. er tat das ganz real an der Anlage. Davon gibt es kein Bild, da der mit Goldbronze gestrichene Modell-Schienennagel einfach zu klein ist, um gezeigt zu werden.

Aber zusätzlich wurde auch ein realer 1:1-Schienennagel symbolisch eingeschlagen, was wesentlich besser abbildbar ist.

 

Und dann hieß es: Hoch die Gläser. Wir trinken Sekt!

Eröffnung der Waldschänke Oderteich

Bekanntlich soll man die Feste feiern wie sie fallen. Bei der BAE wurde im Februar 2012 die neu errichtete Waldschänke in Oderteich (s. Gebäude I) in Anwesenheit des Baumeisters feierlich eröffnet. Hasseröder Freibier gab's und viel Spaß.

Der "Wohlfühl"-Club

Der BAE-Club ist keine Freimauerer-Loge. Das heißt, man kann dort als gewöhnlicher Sterblicher (Modellbahner) Mitglied werden. Was es braucht und wie das geht, steht im Kapitel Stellenausschreibung.

Der BAE-Club trauert

Unser Horst ist tot

Unser Horst ist tot.

Im Februar 2010 hat uns unser Horst für immer verlassen, unser Senior und Nestor. Was wäre die 0-Schmalspurmodell- bahnszene ohne Horst Bertram, was wäre die BAE ohne unseren Horst!?

Horst war von Beruf Reprograph, aber in die Modellbahngeschichte ist er eingegangen als Lehren-, Werkzeug- und Vorrichtungsbauer. Und als Erfinder der legendären Bertram-Kupplung, die im 0e-Bereich weit verbreitet ist.

 


Horst war an vielen Stellen tätig: Trassenbau, Gleisbau, Weichenbau, Fahrzeugbau und und und. Seine letzte Großtat war die Entwicklung und Herstellung einer speziellen Mittelpufferkupplung für die BAE: die Horst-Kupplung.

 

Es gibt so viel zu sagen über Horst, mehr als hier stehen kann. Daher schaue man in die Ausführliche Würdigung im BAE-Forum. wo viele Bilder den Horst in Aktion zeigen.

 

Der BAE hat Horst auch seinen Stempel aufgedrückt, ganz wörtlich sogar: hier sehen wir ihn, wie er mit seinem selbtgefertigen Pflasterstempel die Schlufter Dorfstraße mit einem schönen alten Pflaster versieht. Beim folgenden Bautag hat die Straße dann noch eingefärbt, und so ist sie nun und wird sie immer aussehen, wenn die BAE-Züge  auf dem eingepflasterten Rillenschienengleis durch die Dorfstraße rumpeln werden.

Bei den BAE-Treffen wird seiner immer wieder gedacht - nicht nur in Trauer. "Wer macht denn heute den Horst?" heißt es zum Beispiel gegen Ende des Mittagessens oder der Kaffeetafel. Der Horst war es stets, der als erster zum Aufbruch drängte: Los, wieder runter in Keller. Weitermachen!

 

Horst, du fehlst uns so!

Pages to the People